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Relithek.de – Ein Multimediaportal zur (inter)religiösen Verständigung und Bildung

von Dr. Anke Kaloudis und Laura Philipp

Worum geht’s?

Im Mittelpunkt der neu konzipierten Homepage http://relithek.de/ stehen Erklärfilme zu religiösen Gegenständen und Thematiken, die in unterschiedlichen Religionen und Konfessionen typisch sind.

Warum sind Erklärfilme sinnvoll? Religiöse Artefakte werden im Religions- und Ethikunterricht häufig gezeigt, um religiöse Praktiken zu veranschaulichen. Manche Lehrkräfte leihen sich dazu Materialkoffer zu den Religionen aus, andere nutzen diverse Abbildungen auf entsprechenden Schulbuchseiten. Doch dabei kann meist keine Erklärung eines Vertreters/einer Vertreterin der entsprechenden Religion hinzugezogen werden.

Uns ist es wichtig, nicht von außen über andere Religionen und Konfessionen zu informieren, sondern Gläubige selbst erzählen zu lassen und Innenperspektiven zum Sprechen zu bringen. Sie haben die Deutungshoheit und somit das Wort. Dabei werden die Gegenstände der Weltreligionen so erklärt, dass ihr Sitz im Leben – also ihr Verwendungszusammenhang – deutlich wird bzw. zum Vorschein kommt. Relithek.de möchte diese Begegnung digital für alle Schulen und Interessierte ermöglichen. Wir orientieren uns an einem zentralen Grundsatz des Interreligiösen Lernens: Man redet nicht übereinander, sondern miteinander!

Die ExpertInnen der jeweiligen Religionen (http://relithek.de/experten/) sind oftmals selbst Lehrkräfte an Schulen oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten. Auch die Expertinnen und Experten repräsentieren unterschiedliche religiöse Richtungen, sodass wir versuchen, ebenso intrareligiös eine entsprechende Bandbreite an Positionen und Praktiken zugänglich zu machen.

Unsere Projektleitlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Eine multireligiöse Gesellschaft erfordert eine multireligiöse Bildung.
  • Die Pluralität religiöser und nichtreligiöser Perspektiven muss mehrperspektivisch erschlossen werden.
  • Religionskundliches Wissen (learning about religion) und das Lernen von anderen Religionen (learning from religion) gehen Hand in Hand.
  • Digitalität als Bestandteil der Lebenswelt eröffnet Chancen für Bildungsprozesse in Schulen und Gemeinden – auch im interreligiösen Bereich.

Welches Material gibt es?

Die Rubrik „Erklärfilme“ ist in die fünf Weltreligionen aufgeteilt. Jede Religion ist zudem in folgende drei Unterkategorien gegliedert: 1. Glaube, Alltag und Gemeinschaft; 2. Fest und Feier; 3. Lehre und Schriften. Dies ermöglicht einerseits ein breites Spektrum einer Religion kennenzulernen. Andererseits können auch im Sinne eines Querschnitts bestimmte Themen in interreligiöser Perspektive miteinander verglichen werden. Zu den Filmen sind darüber hinaus Ergänzungsmaterialien verfügbar:

  • ein Glossar, das schwierige Wörter erklärt, die im Film vorkommen (Sek 1 und Grundschule);
  • Texte aus Bibel, Tanach und Koran, die für die in den Filmen aufgeworfenen Fragen wichtig sind;
  • Transkripte zu Interviewpassagen, mit denen Schülerinnen und Schüler textbasiert die Inhalte der Interviews im Unterricht bearbeiten und vertiefen können;
  • Bildkarten zu den Gegenständen, die – ausgedruckt – in den Unterricht mit einbezogenen werden können, wenn keine Möglichkeit besteht, mit realen Artefakten bzw. Gegenständen zu arbeiten;
  • Lernkarten, die Kurzinformationen zu den Gegenständen beinhalten;
  • Trickfilme mit den beiden Jugendlichen Nele und Paul, die im Sinne einer Anforderungssituation auf den Erklärfilm hinführen;
  • Links zu weiteren Materialien im Netz (Glossar für Sek 1 u. Grundschule, Trickfilm zur Anforderungssituation, Bibel-/Korantexte, Transkript, Lern- sowie Bildkarten).

Alle Materialien stehen kostenlos zum Download bereit und sind für das Homeschooling oder für Selbstlernphasen mit einem QR-Code versehen.

Die bisherigen Filme und Ergänzungsmaterialien sind wissensbasiert angelegt und dienen als „Türöffner“ zum interreligiösen Lernen. Wir verstehen sie als Bausteine, die im weiteren Unterrichtsgeschehen ergänzt und vertieft werden müssen. Hierzu bietet sich beispielsweise ein Unterrichtsbesuch (z.B. mit den Initiativen „Meet a Jew“ oder „meet2respect“) oder eine Lernort-Exkursion (Moschee, Synagoge etc.) an. Relithek.de möchte Impulse und Einstiegsmöglichkeiten für das interreligiöse Lernen bieten – ausgearbeitete Unterrichtseinheiten sind auf der Plattform bisher nicht zu finden.

Welche Zielgruppe wurde in den Blick genommen?

Die Filme und Materialien sind für Lehrkräfte, SchülerInnen und Interessierte frei zugänglich. Konzipiert wurden die Erklärfilme erstrangig für die Klassenstufen vier bis zehn, sind aber auch für jüngere SchülerInnen (z.B. durch die Verwendung des Grundschulglossars) oder in der Sek II als Einstieg in ein Themenfeld mit darauffolgender Vertiefung geeignet.

Die Seite richtet sich nicht nur an Lehrkräfte und SchülerInnen – auch in der Gemeindearbeit, bei anderen pädagogischen Trägern und Institutionen kann mit den Medienangeboten gearbeitet werden.

Wie ist relithek.de entstanden und wer steckt dahinter?

Die Filme werden seit dem Sommersemester 2019 von Studierenden des Fachbereichs Evangelische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen eines religionspädagogischen Seminars geplant und erstellt. Die ExpertInnen stehen nicht nur für O-Töne und Interviews zur Verfügung, sondern begleiten den gesamten Prozess der Filmerstellung: Sie führen gemeinsam mit den Teilnehmenden des Seminars ein Vorgespräch zum entsprechenden Thema, diskutieren die im Seminar erstellten Drehbücher, nehmen die finale Version des Filmes ab und prüfen das vom Relithek-Team erstellte Begleitmaterial. Während des Workshops im Medienprojektzentrum Offener Kanal Rhein-Main erhalten die Studierenden eine Einführung in die Kamera- und Tontechnik, nehmen selbstständig Schnittmaterial sowie Off-Kommentare auf, führen das Interview und schneiden die Filme (http://relithek.de/making-of/).

Relithek.de ist ein Kooperationsprojekt zwischen verschiedenen Institutionen: Professur für Evangelische Religionspädagogik an der Goethe-Universität (Prof. Dr. David Käbisch, Projektverantwortlicher), LOEWE-Forschungsschwerpunkt „Religiöse Positionierung“ (Laura Philipp, Projektleiterin), Religionspädagogisches Institut Frankfurt (Uwe Martini, Projektverantwortlicher; Anke Kaloudis, Projektleiterin) Medienprojektzentrum Offener Kanal Rhein Main (Esther Kuhn, Mitarbeiterin) (http://relithek.de/verantwortliche/).

Das RPI Frankfurt bietet ab sofort Fortbildungen zur Plattform an. Schauen Sie doch mal vorbei:  http://relithek.de/veranstaltungen/.

Was haben wir noch vor?

Der Begriff „Multimediaportal“ in unserem Projekttitel verdeutlicht, dass wir weitere Materialien für das interreligiöse Lernen planen und zeitnah bereitstellen wollen. Vorerst haben wir zum Ziel, in den kommenden Semestern circa 30 verschiedene Erklärfilme zu den fünf Weltreligionen zur Verfügung zu stellen. Unterrichtsbausteine, die zu den Filmen entwickelt wurden, möchten wir zudem gerne im Rahmen eines Blogs oder einer Rubrik „Aus der Praxis“ als Anregungen online stellen. Das bestehende Fortbildungsangebot für Lehrkräfte, GemeindepädagogInnen, PfarrerInnen und anderen interessierten Personen zur Plattform relithek.de soll im nächsten Jahr weiter präzisiert und ausgebaut werden. Für das kommende Jahr ist darüber hinaus angedacht, einen Bibel-Koran-Podcast zu veröffentlichen: Christliche und muslimische Personen sollen zu analogen biblischen und koranischen Texten miteinander ins Gespräch kommen und ein interreligiöses Verständnis eröffnen.  Darüber hinaus möchten wir auch anderen passenden Projekten die Möglichkeit geben, ihre Unterrichtsmaterialien oder andere Inhalte (z.B. Podcasts) in die Multimediaplattform zu integrieren.

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Stöbern auf der Homepage, auf Facebook oder Instagram,

Dr. Anke Kaloudis und Laura Philipp

 

Foto von Laura Philipp

Laura Philipp ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für ev. Religionspädagogik der Goethe-Universität Frankfurt. Sie studierte Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen (B.A.) sowie Evangelische Religion und Deutsch für das Lehramt an Haupt- und Realschulen in Fulda und Frankfurt am Main.

 

 

 

Foto von Anke Kaloudis

Dr. Anke Kaloudis ist Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut in Frankfurt und verantwortet den Arbeitsschwerpunkt Interreligiöses Lernen. Sie studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Marburg, München und Göttingen.

 

 

 

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